Die Bundesregierung will das Betreuungsrecht ändern, hierbei steht „Selbstbestimmung statt Bevormundung“ im Vordergrund.

Psychisch Kranke oder geistig behinderte Menschen sollen zukünftig nicht mehr so häufig vom Gericht einen Betreuer zur Seite gestellt bekommen. Betroffene sollen möglichst mehr andere Unterstützungerhalten. Das Bundeskabinett brachte dazu einen Gesetzesentwurf auf den Weg. Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) nimmt dazu Stellung „Betreuungen müssen auf das wirklich erforderliche beschränkt werden.“Ein Betreuer dürfe nur bestellt werden, wenn andere Hilfen nicht ausreichen. Die Betreuung für Erwachsene wird vom Gericht angeordnet wenn sie wegen einer psychischen Krankheit oder einer geistigen oder körperlichenBehinderung im Alltag überfordert sind, und ihre Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht selbst regeln können. Je nach Beeinträchtigung helfen die Betreuer bei der Organisation des kompletten Alltags oder auch in einzelnen Bereichen wie Vermögens- verwaltung, Wohnungsangelegenheiten oder Gesundheitsfragen. Zukünftig finden intensivere Prüfungen bezügl. des Hilfebedarfs und der Hilfsmöglichkeiten wie zum Beispiel durch Angehörige, Bekannte oder soziale Dienste. Örtliche Betreuungsbehörden – etwaStädte oder Bezirksämter – sollen bei dem Prozess stärker beteiligt werden. Unter anderem ist vorgesehen, vor einer Gerichtsentscheidung eine Anhörung mit einem Vertreter dieser Behörden zur Pflicht zu machen.