Ein Politiker mit Herz – Barrierefreie Toiletten in Jülichs Innenstadt

Frank Peter Ullrich, Kandidat für das Amt des Bürgermeisters in Jülich, ist bereit, sich für Barrierefreiheit vor Ort einzusetzen. Seine Meinung zu diesem Thema definiert er klar. „Die Barrierefreiheit in unserer Stadt ist nicht nur ein wichtiges Ziel für Menschen mit Handicap, sondern auch für ältere Mitbürger”.

Außerdem ist ein weiteres Ziel seiner Stadtpolitik, dass die Innenstadt belebt wird. Hier sollen sich auch Touristen und Gäste umliegender Orte barrierefrei bewegen können, so sein Statement.

Durch einen Zufall wurde Petra Steinbusch, Gründerin des Jülicher Vereins Aktion Lebensfreude, 2. Vorsitzende des VDK Ortsverband Jülich und Mitglied des Arbeitskreises Inklusion der Stadt Jülich auf ihn aufmerksam. Vormittags am 22.8.15 war sie in der Kölnstraße unterwegs und wollte am Infostand des Wahlkandidaten vorbei gehen, als er sie ansprach und sich als Bürgermeisterkandidat vorstellte. Sie fragte nach seinen Zielen für die Stadt, auch aus privaten Gründen, und merkte an, dass es ein gutes Zeichen ist, die Probleme der Stadt gemeinschaftlich anzugehen, indem CDU und SPD sich auf einen gemeinsamen Kandidaten verständigt haben.

Petra Steinbusch stellte sich ebenfalls vor und teilte mit, dass Barrierefreiheit nicht nur im Hinblick auf die maroden Straßenpflaster ein Thema ist. Auch der Arbeitskreis Inklusion zeichnet in diesem Jahr wieder Geschäfte, Hotels und Gaststätten mit dem vom „Stammhaus“ entworfenen Signet „Menschen mit Handicap herzlich willkommen“ aus“. Ein schon seit längerer Zeit gesetztes Ziel von Petra Steinbusch ist es, sich für einen barrierefreien Toilettenwagen einzusetzen bei Stadtfesten, Kulturfesten, Weinfest, Weihnachtsmarkt etc. Dieser könnte nicht nur von behinderten Menschen genutzt werden, sagte sie.

Jülicher Presse-Leser wissen, wo sich behindertengerechte Toiletten befinden und wo man den Euroschlüssel zum Öffnen der Türen erwerben kann. Aber sie gibt zu bedenken, dass nicht jeder behinderte Mensch lesen und schreiben kann oder nicht informiert ist, wo sich Toiletten und Schlüssel befinden. Menschen, die unsere Stadt aus anderen Orten besuchen, sind in der Regel ebenfalls nicht informiert.

Wenn man bemüht ist, die Innenstadt zu beleben, dann sollte man berücksichtigen, dass viele Rollstuhlfahrer auch von Betreuern begleitet werden. Die Betreuer oder auch Angehörige scheuen oft den Besuch der Innenstadt, weil sie befürchten, keine Toilette aufsuchen zu können.

Die von Petra Steinbusch dargestellte Problematik konnte Herr Ullrich durchaus nachvollziehen. Er versprach, sich dem Thema zu widmen und seine Möglichkeiten zu nutzen, sich für die Lösung dieses wichtigen Ziels einzusetzen, falls er von den Bürgern gewählt wird. Petra Steinbusch informierte darüber, dass auf ihre Anfragen an anderen Stellen oft das Argument leerer Kassen genannt wurde. Margret Esser Faber hatte sich sogar einmal mit privaten Mitteln dafür eingesetzt.

„Leere Kassen darf kein Argument für ein so wichtiges Anliegen sein”, so Ullrich. Petra Steinbusch sah eine Chance, nutzte die Gunst der Stunde und dankte Herrn Ullrich für sein Interesse. Für sie zählt nicht, wer etwas macht in Jülich, sondern das man etwas macht zugunsten älterer und behinderter Menschen. „Ich bin sicher, dass sich vielleicht auch jemand der anderen Kandidaten kümmern würde.“