Wohnen und Arbeiten
Integrative Reha-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen
Drei junge Menschen mit Handicap haben ihre Ausbildung als „Verkaufshelferin“ vor der IHK Aachen erfolgreich abgelegt. Dabei wurden so gute Prüfungsergebnisse erzielt, dass sie die Vollausbildung zur Verkäuferin anschließen möchten. Sie suchen nun nach einem entsprechenden Ausbildungsplatz.
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Versicherungsschutz in den Werkstätten
Das Bundessozialgericht (BSG) hat in einem Urteil vom 18.1.11 (Aktenzeichen B2 U 9/10 R) bekräftigt, dass in den drei Bereichen einer anerkannten Werkstatt für Behinderte (WFBM) — dem Eingangsverfahren, dem Berufsbildungsbereich und dem Arbeitsbereich – grundsätzlich Versicherungsschutz über die jeweilige Einrichtung besteht. Die Aufnahme in eine Werkstatt setzt ein Mindestmaß an wirtschaftlich verwertbarer Arbeitsleistung voraus. Ziel einer Werkstatt ist auch die Eingliederung auf dem öffentlichen Arbeitsmarkt. Hier besteht Versicherungsschutz für Arbeits-, Wegeunfälle und Berufskrankheiten.
Ein mehrfach schwer behinderter Kläger hatte nach einem Arbeitsunfall jedoch keinen Versicherungsschutz, weil er im Förder- und Betreuungsbereich einer anerkannten WFBM betreut wurde. Diese Bereiche sind zwar oftmals räumlich und organisatorisch an eine anerkannte Werkstatt angegliedert, sind aber nicht Teil einer WFBM, daher laut BSG nicht versichert. Die Begründung dazu ist, das die Zielsetzung innerhalb Förder und Betreuungsbereiche auf therapeutischem Gebiet liegt. Angestrebt wird die Förderung im allgemeinen lebenspraktischen Bereich. Weil für den Kläger die Arbeitsleistung in einer WFBM nicht möglich war, handelt es sich nicht um einen Arbeitsunfall. Auch in einem Wohn-oder Pflegeheim ist man während ergotherapeutischer Maßnahmen nicht in der gesetzl. Unfallversicherung versichert. (Quelle BGW)
Kontakt: beitraege-versicherungen@bgw-online.de
Kostenlose Broschüre für Behinderte „So leben, wie ich es will”
Wie finde ich eine Wohnung? Wie viel Unterstützung bekomme ich, und wer hilft mir beim selbstständigen Wohnen? In der neuen Broschüre des LVR werden diese Fragen beantwortet. Sie ist in „leichter Sprache geschrieben”, und mit Bildern versehen. Sie wurde in Zusammenarbeit auch von Menschen mit Handicap erarbeitet, die schon selbstständig leben. Das kostenlose Heft bekommt man in der KoKoBe Düren und Jülich.
Fr. Filipowski oder Fr. Czetczatka geben Auskunft unter Tel.: 02461/9954290.
Man kann auch im Internet bestellen oder runterladen unter www.publikationen.lvr.de
Arbeitsplatz trotz Handicap
Integration auf dem Arbeitsmarkt gelungen
Neues Berufsbild Pflege Animator
Rurtalwerkstätten in Düren
Die Rurtalwerkstätten in Düren sind eine Einrichtung der Lebenshilfe zur Eingliederung von zur Zeit über 760 Menschen mit Behinderung in das Arbeitsleben. Menschen die aufgrund ihrer Behinderung nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt integriert werden können, bekommen eine angemessene Bildung und Beschäftigung. Dies geschieht über Produktionsaufträge und Dienstleistungen von Kunden aus Industrie und Handwerk.
Die Rurtalwerkstätten beschäftigen 140 hauptamtliche Mitarbeiter und haben 772 betreute sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze. Hier werden auch qualitativ hochwertige Produkte hergestellt. Zum Beispiel in der Betriebsstätte in Huchem-Stammeln Außenbänke für Parkanlagen, Friedhöfe etc. aus der Holzart „Meranti“ mit einem Gestell aus feuerverzinktem U-Profil. Sie sind wetterbeständig und müssen somit nicht nachbehandelt werden. Es ist ein angenehmes Gefühl darauf zu sitzen, stellten einige Mitglieder unseres Vereins bei einer Werkstattführung fest. Weiterhin ist der Wäscheservice dort zu empfehlen, der auch von Privathaushalten zu günstigen Preisen genutzt werden kann. In den Werkstätten gibt unter anderem auch eine Druckerei und eine Schreinerei. Man fertigt Kindermöbelstücke aus Holz, wie zum Beispiel Betten und Stühle an. Gartengestaltung und Bearbeitung ist ein weiteres Angebot. Auch die Küche bereitet schmackhaftes essen, und beliefert zum Beispiel auch eine Schule in Selgersdorf. Aber auch Personen aus Privathaushalten können dort in der Kantine gut und preiswert essen gehen.
Informieren sie sich über die Vielfalt der Angebote im Internet unter www.rurtalwerkstaetten.de oder bei Klaus Amling, Tel.: 02428/ 806-110 oder schicken Sie Ihre Anfragen per Mail an klaus.amling@rurtalwerkstaetten.de
NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU) will mehr Behinderte in den ersten Arbeitsmarkt integrieren.
„Wir wollen den Zugang zum ersten Arbeitsmarkt erleichtern und mehr Ausbildung in Betrieben, statt in speziellen Einrichtungen ermöglichen“.
Betriebsintegrierte Arbeitsplätze schaffen, ist u.a ein Modell der Rurtalwerkstätten Lebenshilfe Düren gem. GmbH.
Firmen und Arbeitgeber die sich bereit erklären, einen Mitarbeiter der Werkstatt zu beschäftigen, erhalten zunächst einen Praktikanten. Der Beschäftigte und der Arbeitgeber können somit feststellen, ob die Arbeit geeignet ist. Danach geht die Beschäftigung in einen sogenannten „betriebsintegrierten Arbeitsplatz“ über. Die Mitarbeiter bleiben weiterhin im Beschäftigtenverhältnis der Werkstatt, und erhalten somit weiterhin ihr Gehalt von dort. Der andere Betrieb zahlt in der Regel ein angemessenes Entgelt an die Werkstatt.
Im Bauhof in Niederzier konnten zum Beispiel drei Mitarbeiter im Gartenlandschaftsbau beschäftigt werden. Bei Gruppenarbeitsplätzen ist evtl. sogar eine fachliche Begleitung möglich. Sollte ein Beschäftigter so leistungsfähig sein, das der Betrieb ihn übernehmen möchte, kann dies über das Kombi-Lohn Modell vom Staat gefördert werden, indem bis zu 60 Monaten ein Lohnzuschuss in Höhe von monatl. 515.- Euro gezahlt werden. Zusätzlich wird ein Integrationsfachdienst zur Begleitung eingesetzt. Dies wird individuell abgestimmt nach Bedarf. Nachteil ist, dass der Anspruch auf den Werkstattplatz verloren geht bei Übernahme in ein Angestelltenverhältnis. Politische Vertreter aus dem Kreis Düren und Thomas Rachel rufen die Kommunen auf, sich diesem Beispiel zu öffnen und Menschen mit Behinderung eine Chance auf dem Arbeitsmarkt zu geben. Die Wirtschaftsvertreter haben sich von dem Leistungsspektrum der Betriebsstätte der Rurtalwerkstätten in Huchem-Stammeln überzeugt.
Auch Marie Maßmann ist überzeugt von dem Integrationsprojekt. Sie führt einen Reiterhof in der Bahnhofstraße 17 in Jülich und bietet einem jungen Mann aus der Werkstatt eine Arbeit zum Pferdepfleger an. Inzwischen hat er den Basispass erlangt, dies ist ein Sachkundenachweis als Vorstufe zum Pferdepfleger. Es ist eine gute Zusammenarbeit die beiden Seiten gerecht wird. Auch wenn er die „richtige“ Ausbildung dort nicht erreichen kann, so wurde dennoch durch diese Chance das Selbstwertgefühl und die Integration des jungen Mannes gefördert. Weiterhin erhält er umfangreiche Kenntnisse zum Pferdepfleger. Ein unschätzbarer Wert von Lebensqualität für einen Menschen mit Handicap. Der Mitarbeiter bleibt Beschäftigter der Werkstatt.
Barrierefreies Wohnen
Zum Thema barrierefreies Wohnen gibt es nun einen Leitfaden und Fördertipps (Stand 6.6.09). Thomas Peningh, Vorsitzender vom Verband privater Bauherrn (VPB) in Berlin, rät Wohnungseigentümern, ihr Zuhause rechtzeitig altersgerecht zu gestalten. Für Umbauten können Fördergelder von der Förderbank KFW beantragt werden. Der Leitfaden „Vorbauen und Umbauen: Barrierearm und altersgerecht“ kann zum Preis von 5 Euro (zuzügl. 2 Euro Porto) per Fax, Post oder online bestellt werden.
Mehr Infos und Antragsformular unter www.kfw-foerderbank.de.
Wichtig: Der Antrag muss vor Beginn des Umbaus gestellt werden.
Kontakt:
Verband Privater Bauherrn
Chausseestr. 8
10115 Berlin
Fax 030/27890111
www.vpb.de
Neues Portal zu Arbeitsleben und Behinderung
Rehadat (Informationssystem zur beruflichen Rehabilitation) hat seinen Service erweitert und bietet nun das Portal www.talentplus.de an.
Hier finden sich Informationen, die Menschen mit Handicap den Schritt in den öffentlichen Arbeitsmarkt erleichtern sollen. Arbeitgeber werden über die Vorteile informiert, behinderte Menschen zu beschäftigen und erfahren mehr über finanzielle Förderungsmöglichkeiten. Das Portal zeigt erfolgreiche und lebensnahe Beispiele aus der betrieblichen Praxis. So berichten z.B. Arbeitgeber über ihre positve Erfahrungen mit ihren behinderten Angestellten.
Wer einen konkreten Ansprechpartner sucht, z.B. bei der regionalen Arbeitsagentur oder im Integrationsamt, findet unter hier übersichtlich alle relevanten Informationen. Behinderte Arbeitnehmer erfahren mehr zu Themen wie sozialrechtliche Regelungen und gesetzliche Leistungen. Im Lexikon von A –Z gibt es zahlreiche Hinweise zur Barrierefreiheit oder zum betrieblichen Eingliederungsmanagement. Darüber hinaus werden Institutionen und Organisationen vorgestellt, die bei der Integration von Menschen mit Handicap und Arbeitgeber unterstützend helfen.
Kontakt:
Andrea Kurtenacker
Telefon 0221/ 4981-848
info@talentplus.de
www.talentplus.de
Interessiert Sie berufliche Rehabilitation?
Finden Sie einen Ansprechpartner unter Telefon 0221/4981-812
info@rehadat.de
www.rehadat.de
Integrationspreis für behinderte Arbeitnehmer
Zum ersten Mal wurde auf der „Rehacare” in Düsseldorf der Integrationspreis des Sozialverbandes NRW an Menschen verliehen, die trotz schwerer Behinderung einen Arbeitsplatz gefunden haben. Dieser soll Arbeitgebern vorbildhaft zeigen, wie leistungsfähig behinderte Menschen sind.
Die beiden Preisträger hatten im Berufsförderungswerk Düren im Modellprojekt „discovering hands” die neunmonatige Qualifizierung zur Medizinischen Tastuntersucherin der weiblichen Brust erfolgreich bestanden, und arbeiten nun in gynäkologischen Praxen. Nach diesem erfolgreichen Projekt, ist die Qualifizierung „Medizinische Tastuntersucherin” in das Ausbildungsangebot des Bfw Düren aufgenommen worden.
Seit Ende vergangenen Jahres werden fünf weitere Personen auf diese Aufgabe vorbereitet. Unser Verein Aktion Lebensfreude sucht weitere Vorbilder der Integration am Arbeitsmarkt. Wir möchten Mut machen, den Menschen mit Handicap, sich mit ihren Fähigkeiten und Talenten zu bewerben, und auch den Firmen, die sich aufgrund von Berührungsängsten oder Vorurteilen nicht entschließen konnten, behinderte Menschen zu beschäftigen.
Über Post von Firmeninhabern, die besonders gute Erfahrungen gemacht haben, würden wir uns freuen.
Ein Bundesweit neues Berufsbild wird vorgestellt von der Lebenshilfe und dem Berufsförderungswerk In Oberhausen.
Altwerden braucht Begleitung
In den Werkstätten der Lebenshilfe in Oberhausen wurde ein großer Bedarf erkannt, die Beschäftigten auf die Zeit nach der Werkstatt vorzubereiten, und sie dann im stationären oder Ambulanten Wohnen zu begleiten. Aus diesem Grund haben die Lebenshilfe und das Berufsförderungswerk Oberhausen eine bundesweit einmalige Ausbildung entwickelt. Die Qualifizierung zum „Fachpädagogen“ für die Begleitung und Assistenz älterer Menschen mit Behinderung dauert 18 Monate mit integrierter 6-monatiger Praktikumsphase.
Weitere Infos erhalten Sie unter www.bfw-oberhausen.de oder bei der Lebenshilfe unter berndt@bfw-oberhausen.de.
Die Aktion Lebensfreude wünscht sich Nachahmer für ein solches Projekt.